Im Vordergrund: Der Körper

Als Heilpraktikerin für Psychotherapie darf ich natürlich keine organischen, sprich: Keine „rein körperlichen“ Leiden behandeln. Obwohl wir ja wohl alle wissen, wie ein Körper aussieht (was sich von Geist oder Seele nicht so ohne weiteres behaupten lässt), gibt es da eben doch fließende Übergänge. Selbst wenn wir uns bei der Hypnosetherapie darauf beschränken, dem Unterbewusstsein hilfreiche Suggestionen einzuflüstern, und bei der Klopf-Akupressur darauf, seelische oder geistige Stauungen aufzulösen und den Strom der Energie in geordnete Bahnen zu lenken, wo er ruhig dahin fließen kann, können wir es doch gar nicht vermeiden, dass die daraus entstehende Harmonie von Geist und Seele sich genauso wohltuend auf den Köper auswirkt. 

Ebenso gilt natürlich die Umkehrung: Seelische oder geistige Blockaden können durchaus Probleme verursachen, die sich eindeutig im Körper und seinem Befinden zeigen.

Häufig allerdings sind die körperlichen Auswirkungen aus Lösungen entstanden, die unser liebevoll um unser Wohl besorgtes Unterbewusstsein sich klug erdacht hat, um Schlimmeres (oder was es für schlimmer hält!) zu verhindern.

Zu diesen Schein-Lösungen gehören beispielsweise:

Aber selbstverständlich spielen Geist und Seele ebenfalls eine unübersehbare Rolle, wenn es darum geht, diese Probleme erst mal zu schaffen und dann auch noch aufrechtzuerhalten. Insofern können wir umgekehrt daraus schließen, dass sie sich mit Hilfe von Klopf-Akupressur und gegebenenfalls auch noch Hypnose wunderbar auflösen lassen. Was, versteht sich, in der Tat zutrifft.

Ein Beweis dafür, dass die Hypnose (und in diesem speziellen Fall insbesondere die Autosuggestion) auch bei schweren körperlichen Erkrankungen helfen kann, ist die im folgenden Abschnitt erzählte 

 

Geschichte einer Wunderheilung

Es war 1919, also vor 100 Jahren. Im ländlichen Wisconsin standen Eltern und Ärzte am Krankenbett eines schwer an Kinderlähmung erkrankten 17-jährigen Jungen. Er lag völlig reglos da, und doch hörte er klar und deutlich das Urteil, das die Doktoren über ihn fällten: „Wir können für Ihren Sohn nichts mehr tun. Er wird die heutige Nacht nicht überstehen. Tut uns wirklich leid für Sie...“ Der Junge spürte, wie angesichts dieser grausamen Prognose jede Hoffnung von Mutter und Vater schlagartig erlosch. Er verstand ihren Kummer und ihre Verzweiflung so gut, und in seinem Inneren loderte helle Empörung über soviel ärztliche Anmaßung. Gern hätte er etwas Tröstliches zu ihnen gesagt, doch nicht mal sprechen konnte er noch. Nur eins blieb ihm übrig, um seinen Eltern und sich selbst zu beweisen, dass die Ärzte falsch lagen: Diese Nacht zu überleben.

Der Junge schaute aus dem Fenster in den stockdunklen Garten hinaus. Immerhin: Die Augen gehorchten ihm noch. Obwohl sich eine bleierne Müdigkeit in ihm ausbreitete, war er fest entschlossen, nicht einzuschlafen. Nein, mindestens bis zum Morgen würde er wach und am Leben bleiben. Die Minuten vergingen und wurden zu Stunden. Allmählich erkannte er draußen, in der Dämmerung, schon die Umrisse von Bäumen und Stallungen. Der Himmels färbte sich rot, gold und violett, und schließlich ging die Sonne auf. Da wusste er: Die Ärzte lagen falsch. Er hatte die Nacht überstanden... 

Die überglücklichen Eltern setzten ihn zunächst in einen Schaukelstuhl ans Fenster, weil sie seinen sehnsüchtigen Blick nach draußen bemerkt hatten. Nach ein paar Tagen gelang es ihm unerklärlicherweise, den Schaukelstuhl kaum merklich in Bewegung zu setzen: Einfach, indem er es sich sein Hin- und Herschwingen so lebhaft wie er konnte vorstellte...

Und so machte er geduldig weiter: Was er in seiner Phantasie vorwegnahm, lernte sein Körper nach und nach tatsächlich. Es ging zwar nur sehr langsam aufwärts, doch immerhin: Nach einem Jahr konnte er auf Krücken gehen und sogar die Universität besuchen. Er hatte nämlich während seiner Krankheit beschlossen, selber Arzt zu werden. Und zwar ein besserer als die Kollegen, die so leichtfertig seinen Tod prophezeit hatten...

Der Name des Jungen war Milton Hyland Erickson. Tatsächlich wurde er einer der erfolgreichsten Psychiater und Hypnosetherapeuten überhaupt. Denn aufgrund seiner eigenen Genesungs-Erfahrungen und seiner ungewöhnlichen Sensibilität verstand er es besonders gut, das Unterbewusstsein seiner Patienten als kreative Kraftquelle für ihre Selbstheilung zu nutzen.

 

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