Fatale Angewohnheiten...

Eigentlich wollte ich diesen Abschnitt mit einem Foto der traurig abgekauten Fingernägel unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel bebildern. Das scheiterte aber daran, dass ich selber nie Gelegenheit hatte, ihre Hände zu fotografieren, und keine Urheberrechtsverletzung begehen will. Eher aus Verlegenheit habe ich daher diese anonyme junge Dame ausgewählt, obwohl sie das Nägelkauen allenfalls sehr, sehr dezent andeutet. Auf jeden Fall aber sind wir uns wohl einig: Es handelt sich dabei um eine ausgesprochen ungesunde Angewohnheit, die zudem noch jedem, der Augen im Kopf hat, offenbart, wie unwohl man sich in seiner Haut fühlt und dass man dringend Trost und Hilfe braucht: Man verletzt sich ja ständig selbst. Welche fatalen Gewohnheiten gibt es noch? Zum Beispiel das Bettnässen, das Sich-die-Haare-büschelweise-Ausreißen, das Daumenlutschen, aber auch Ess-Störungen wie Binge-Eating oder Bulimie. Im weitesten Sinne können wir sogar Zwangsstörungen wie ständiges Händewaschen oder -zigfaches Kontrollieren, ob die Autotür auch tatsächlich abgeschlossen ist, dazu rechnen. 

 

Alkohol und Nikotin

... rafft die halbe Menscheit hin. Doch nach gutem alten Brauch stirbt die andre Hälfte auch. 

An diesem sinnigen Gedicht ist zweifellos etwas Wahres dran; weil das Trinken von Alkohol jedoch gewissermaßen zu unserer mitteleuropäischen Kultur gehört und, wie es heißt, ein Gläschen Rotwein pro Tag (allerdings: mehr auch nicht!) die Venen elastisch hält und sogar das Leben verlängern soll, wollen wir das nicht so übermäßig eng sehen. Ich spreche hier je keineswegs von echtem Alkoholismus, den ich als Heilpraktikerin für Psychotherapie ohnehin nicht behandeln darf. Dafür sind eben spezialisierte Psychiater zuständig, zumal dann, wenn zuvor eine echte Entgiftung erforderlich ist.

Wenn Sie allerdings jeden Abend nur zwei oder drei Gläser Bier oder Wein trinken, dann zähle ich das eher zu den Angewohnheiten als zu den Süchten.  

Rauchen gehört sicherlich ebenso zu den unguten Gewohnheiten; dafür habe ich aber eine Extra-Seite vorgesehen.

 

... und noch so manches mehr

Zur Zeit wird wieder mal darüber diskutiert, ob Cannabis  offiziell erlaubt werden soll, und wenn ja, für wen: Nur für Erwachsene vermutlich, wenn überhaupt. Das spielt für uns aber keine Rolle, denn ich habe bislang noch keinen Kiffer getroffen, der es sich abgewöhnen wollte, wohl aber etliche, die mir erklärt haben, dass es im Grunde sogar gesund sei. Und wie sieht es mit Süßigkeiten aus? Dazu finden Sie Näheres auf der Unterseite über das Übergewicht, obwohl der Zusammenhang nicht immer überzeugend ausfällt: Ungerechterweise gibt es tatsächlich Menschen, die sich höchst ungesund ernähren und dabei rank und schlank bleiben, während andere nachweislich wie der sprichwörtliche Spatz essen und allein vom sehnsüchtigen Blick auf ein Stück Frankfurter Kranz zunehmen... 

Auch mit diesen Ausnahmen werde ich mich beim Thema Übergewicht näher beschäftigen; hier allerdings geht es erst mal um die Frage:

 

Was ist der Sinn hinter Ihrer Gewohnheit?

Das müssen wir vor jeder Behandlung als erstes klären. Denn Ihre Angewohnheit (was immer das in Ihrem Falle sein mag) ist ja nicht so sehr das Problem als vielmehr ein (leider ziemlich unzweckmäßiger) Versuch der Problemlösung von Seiten Ihres wackeren Unterbewusstseins. Sie stammt zumeist aus der Babyzeit oder der frühen Kindheit, seltener (wie das Rauchen) aus der Jugend, also dem Übergang zum Erwachsenwerden mit all seinen Angst einflößenden Anforderungen. Immer hat sie aber etwas mit Anspannung oder Langeweile, Nervosität oder Angst zu tun, höchst unangenehmen Empfindungen also, die erfreulicherweise nachlassen, sobald Sie sich Ihrer Lieblings-Angewohnheit hingeben. Die ist Ihnen inzwischen genauso vertraut wie eine müffelnde alte Kuscheldecke und hat eine ähnlich tröstliche Wirkung.

 

Klopf-Akupressur löst die Verknüpfung

Wie unglaublich fest und dauerhaft so eine Verknüpfung zwischen Problem und Schein-Lösung ist, können wir bei vielen Leuten entdecken, sowohl in unserem engeren Umfeld als auch bei manchen, die sich ins Rampenlicht drängen. 

Doch selbst wenn Sie Ihrer Angewohnheit (worin auch immer sie bestehen mag) schon seit Jahren oder Jahrzehnten frönen, können Sie sie in kurzer Zeit loswerden, sofern es uns durch die Klopf-Akupressur gelingt, dem zugrundeliegenden Problem (sei es nun Angst, Langeweile oder sonst ein Unbehagen) auf die Spur zu kommen und dessen innige emotionale Verknüpfung mit der scheinbaren Problemlösung (also, je nachdem, Nägelkauen, Haare-Ausreißen, Daumenlutschen und dergleichen mehr) geduldig aufzudröseln wie einen festen Knoten. Eine Lösung ohne das zugehörige Problem jedoch wird überflüssig und verschwindet. So einfach darf das sein.

Und schon sind Sie einen großen Schritt weiter auf Ihrem Weg, endlich der Mensch zu werden, der Sie im Grunde Ihres Herzens doch eigentlich seit jeher sind.

 

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