Burn-out und Depressionen

„Arme Leute neigen zu Depressionen; wer gut situiert ist, bekommt eher einen Burn-out“. So lautet das Fazit einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts. 

Was ist  überhaupt der Unterschied? Ein Burn-out steht oft am Ende von jahrelanger Aufopferung und Selbstausbeutung und tritt deswegen am häufigsten (aber längst nicht nur!) bei Helfer-, Heil- und Pflegeberufen auf. Falls Sie sich darin wiedererkennen, wissen Sie: Die Ansprüche Ihres eigenen Gewissens spielen für Sie eine viel größere Rolle als die Vorgaben Ihrer Vorgesetzten. Sie möchten eben immer alles, wirklich alles perfekt leisten. Vor allem, wenn Sie, wie viele hilflose Helfer“, zu den Hochsensiblen zählen. Kein Wunder jedenfalls, dass dann eines Tages Ihre sämtlichen körperlichen und seelischen Reserven erschöpft sind Zumal, wenn die Wertschätzung und vielleicht auch die insgeheim erhoffte Beförderung trotzdem ausbleiben. 

Und wie sieht es bei der Depression aus?

 

Die Folgen jedenfalls sind ähnlich

Die Verzweiflung, die Resignation und die Apathie finden wir ähnlich wie beim Burn-out auch bei der Depression. Nur ist der Grund dafür oft ein anderer. Eine liebevolle Mutter deprimiert vielleicht das leere Nest“, nachdem auch der jüngste Sprössling in die große weite Welt hinausgezogen ist. Für jemanden, der seine ganze Erfüllung im Beruf gefunden hat, kann sich die „Freistellung“ durch unverhoffte Arbeitslosigkeit oder, ja, sogar den regulären Renteneintritt als echte Katastrophe erweisen. Nichts schmeichelt uns doch mehr als das Gefühl der eigenen Unentbehrlichkeit. Genau dieselbe Hoffnung finden wir ja auch bei den Burn-out-Kandidaten. Nur dass denen (bislang noch) die grausame Erfahrung erspart geblieben ist, überflüssig zu sein. 

 

Doch was sind die Ursachen?

Der Gedanke, dass sich Depressionen einfach durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn erklären lassen, klingt ja zunächst mal sehr verlockend: Also, da gibt es nun zwar einen Mangel an diesen und jenen Hormonen und Botenstoffen, aber keine Sorge: Die kann man sich ja von außen zuführen. Die Frage allerdings, was überhaupt dieses Ungleichgewicht verursacht hat, bleibt unbeantwortet. Mehr noch: Warum hat man dessen Vorhandensein bei depressiven Menschen in Wahrheit noch niemals nachweisen können, sondern bestenfalls gelegentlich mal bei Versuchstieren

 

Depressionen im Tierreich

Wie dürfen wir uns wohl eine depressive Maus vorstellen? Sitzt sie grübelnd in einer Käfigecke und hadert mit sich selber, mit Gott und der Welt? Dreht sich ihr Gedankenkarussell unausgesetzt um die Frage, was sie denn bloß falsch gemacht haben könnte, um nun von den weißbekittelten Laborgöttern zum Opfer auserkoren worden zu sein? Quält sie sich mit Angst vor der Zukunft, Schuldgefühlen und Selbstmordphantasien herum? Unwahrscheinlich. Und falls es so wäre, würde es leider niemanden interessieren. Stattdessen knüpft die zuständige Laborantin das Tierchen kurzerhand am Schwanz auf und stoppt die Zeit, während der es versucht, sich freizustrampeln. Je eher es aufgibt und sich einfach hängen lässt, als desto depressiver gilt es. So einfach ist das. Nichtsdestotrotz gilt dennoch:

 

Akute schwere Depressionen...

... gehören grundsätzlich in die Behandlung eines kompetenten Psychiaters. Kompetent bedeutet hier: Jemand, der sich einfühlsam und geduldig Ihre Beschwerden anhört, ohne Ihnen sogleich eine Probepackung Antidepressiva in die Hand zu drücken mit der Aufforderung: Die nehmen Sie jetzt erst mal jeden Morgen ein, und wenn's nicht besser wird, kommen Sie wieder, dann probieren wir's mit was anderem.“ Denn wie es auf der sehr empfehlenswerten Website Depression-heute des Ehepaares Ansari heißt: „Jede Depression hat ganz individuelle Ursachen, die bewältigt werden müssen.“ 

 

Klopf-Akupressur zur Unterstützung

Sowohl die  Klopf-Akupressur als  auch zuweilen die Hypnose-Therapie können zwar bei schweren Depressionen die ärztliche Behandlung nicht ersetzen, aber sie ergänzen sie höchst wirkungsvoll. Selbst wenn es Ihnen (noch) zu schwer fällt, sich zum Fahrradfahren, Spazierengehen, Schwimmen, Yoga oder sonstigen Aktivitäten aufzuraffen, behalten Sie bitte immer in Hinterkopf, dass sowohl Burn-out als auch Depression eines schönen Tages von allein abklingen werden. Ja! So unglaublich es klingt: Dieser unerträgliche Zustand geht unweigerlich wieder vorbei. Und bleibt dann lediglich eine begrenzte Episode Ihres Lebens, auf die Sie später zurückblicken werden... Vielleicht mit leisem Bedauern über die verlorene Zeit. Vielleicht aber auch voller Dankbarkeit über das, was Sie dadurch über sich selber lernen durften, um schließlich der Mensch zu werden, der Sie seit jeher sind.

 

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