Stress macht Sie krank. Oder?

Nicht unbedingt. Denn wenn wir von dem, was wir tun, durch und durch begeistert sind, können wir in erstaunlich kurzer Zeit verblüffend viel schaffen. Die Freude daran wiegt dann jede Anstrengung auf. Übrig bleibt allenfalls noch ein bisschen positiver Stress, den wir geradezu genießen können. So ähnlich nehmen übrigens gute Schauspieler den klitzekleinen Rest Lampenfieber wahr, der sie auch bei der -zigsten Aufführung des gleichen Theaterstücks so hingebungsvoll agieren lässt, als empfänden sie das, was sie da sagen und spielen, wirklich und spontan. Würden sie hingegen ihre Rolle routiniert runterleiern, hagelte es Buh-Rufe aus dem Publikum und hämische Kritiken... Wer allerdings darüber stöhnt, wie gestresst er sich fühlt, meint damit grundsätzlich den negativen Stress. Er wird bekanntlich durch Hormone gesteuert, die uns zu Höchstleistungen im Kampf oder bei der Flucht beflügeln sollen: Ein paar gut gezielte Boxhiebe zum Beispiel oder ein Sprint zum nächstbesten Versteck würde sie abbauen, so dass wir uns rasch wieder beruhigen könnten. Leider verhindert unser Berufsalltag zumeist so eine sinnvolle Abreaktion...

Übrigens: Stellen Sie bitte nie ein volles Wasserglas neben Ihren Laptop! Wenn es umkippt (und natürlich ergießt es sich auf die Tastatur und nicht auf die Tischplatte!), sorgt das für eine saftige Extra-Portion Stress...

  

Ist Ihr Arbeitsalltag lebensgefährlich?

So könnte man's sehen. Denn leider leben wir oft gegen die Natur. Unsere Vorfahren bewegten sich nicht nur viel mehr an der frischen Luft; sie nahmen sich auch oft und gern Zeit zum Ausruhen. Wir hingegen können nicht mal mehr in unserer Freizeit richtig abschalten. Die traurigen Folgen dieser Daueranspannung, bei der sich die Stress-Hormone immer weiter ansammeln, sind Nervosität, Bluthochdruck, Herz- und Verdauungsproblemen, ein geschwächtes Immunsystem, Kopf-, Rücken- oder Magenschmerzen und womöglich noch ein wilder Heißhunger auf fette und süße Speisen. Denn genau daraus kann Ihr Körper, wie er instinktiv weiß, besonders schnell die nötige Energie fürs Weglaufen oder Kämpfen gewinnen (die er allerdings dann doch nicht nutzen darf). Das dicke Ende kommt dann womöglich in Gestalt eines Herzinfarktes, eines Schlaganfalls oder eines totalen Burn-outs.

 

Übrigens: Auch Langeweile macht Stress

Nicht nur zu viel in zu kurzer Zeit schaffen zu müssen, kann Stress verursachen. Kaum besser ergeht es Ihnen, wenn Sie sich unterfordert fühlen, das heißt: Wenn Sie Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr Ihren Lebensunterhalt mit einer Tätigkeit verdienen, die Sie zu Tode langweilt. Wenn Sie schon am Montagmorgen den Freitagabend herbeisehnen, ab der Frühstückspause die Minuten bis zum Feierabend zählen und im Kalender die Tage bis zum Ruhestand abhaken, ist das genauso unbekömmlich wie rechtschaffene Arbeitsüberlastung. Ihr Unterbewusstsein weiß haargenau, dass Sie Ihr kostbares Leben damit verschwenden, und möchte eigentlich nur noch davonlaufen. Leider dürfen Sie das nicht! 

Um in einem Job (denn zu einem Beruf würden Sie sich doch berufen fühlen!) auszuharren, den Sie verabscheuen, sind Blockaden eine unabdingbare Voraussetzung. Und natürlich von Angst geprägte Glaubenssätze wie „Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach.“ Davon sollten Sie sich mit Hilfe der Klopf-Akupressur unbedingt verabschieden, bevor Sie ernsthaft krank werden!

 

Was Sie gegen Stress tun können

... weiß jedes Kind: Sich mehr an der frischen Luft bewegen. Immer das Richtige essen. Das Rauchen aufgeben. Nicht alles so verbissen sehen. Weniger Kaffee trinken. Stattdessen viiiiiel mehr Wasser! Kurse für Yoga, Tai Chi und Capoeira belegen. Regelmäßig im Fitness-Center Workout betreiben. In der Mittagspause joggen. Mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Sich kreativ betätigen: Malen, töpfern, stricken, im Chor singen, den Garten umgestalten... Und so weiter und so fort. Wenn Sie tatsächlich genug Zeit für all das hätten, wären Sie wohl kaum gestresst. Oder? Statt dessen nehmen Sie am besten als erstes mal...

 

Abschied vom Zwang zur Perfektion

Das ist, ich gebe es zu, leichter gesagt als getan. Selbst dann, wenn Sie so einen Zettel absichtlich schief an Ihre Kühlschranktür geklebt (und die Linien darauf ohne Lineal gezogen!) haben... Immerhin: Es wäre ein Anfang. Denn mit dem Drang, immer alles richtig zu machen, tricksen Sie sich selbst aus. Daher schauen wir uns in meiner Praxis erst mal die Denkmuster und Glaubenssätze an, die Sie zu einem gestressten Perfektionisten gemacht haben. „Nur wenn ich immer alles richtig hinbekomme, bin ich liebenswert,“ könnte Ihnen zum Beispiel im Kopf herum schwirren. Oder: „Ich muss stets besser sein als alle anderen, sonst bin ich der erste, der fliegt...“ Zum Glück können Sie solche Aussagen mit der Klopf-Akupressur auflösen. Schon lässt der Stress nach! Und Sie können endlich der Mensch werden, der Sie im Grunde Ihres Herzens schon längst sind.

 

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Burn-out und Depressionen