Scham oder Schuld? Was ist übler?

Scham und Schuldgefühle können dauerhaft schaden

Kinder durch Beschämung zu lenken ist vor allem in Stammeskulturen verbreitet, wo die Zugehörigkeit zur Großfamilie das Überleben sichert. Wer da aus der Reihe tanzt, bringt Schande über seine Angehörigen. Nein, das wünscht sich niemand! 

In unserer christlich geprägten Umgebung hingegen quälen sich oft schon die ganz kleinen Sünder mit riesengroßen SchuldgefühlenSogar dann, wenn niemand als sie selbst (und allenfalls der liebe Gott) um ihre Missetaten wissen. Daher, so meinen manche Psychologen, haben wir hierzulande wohl die höhere Stufe der Moral erklommen... Andererseits gilt Ihre Schuld eben nur für das, was Sie tatsächlich getan oder unterlassen haben. Die Scham hingegen wertet Ihre gesamte Persönlichkeit ab: Sie fühlen sich als kompletter Versager, dumm, hässlich, tollpatschig. Ob diese Bezeichnungen auf Sie überhaupt jemals zutrafen, spielt dabei gar keine Rolle! Hinzu kommt:

 

Oft leiden gerade die Falschen darunter

Auf die Dauer kosten Scham- und Schuldgefühle eine Menge positive Energie

Diejenigen, die sich Scham und Schuld ganz besonders zu Herzen nehmen, sind in der Regel empfindsame, ja, hochsensible Wesen und fallen daher leicht den weniger zart besaiteten Leuten zum Opfer, die das gnadenlos auszubeuten verstehen.

Natürlich sind Scham- oder Schuldgefühle sinnvoll, um daraus etwas für ein besseres künftiges Verhalten zu lernen. Wenn Sie sich aber ständig damit herumschlagen, kostet es Sie eine Menge positiver Energie und hindert Sie daran, Ihren Mitmenschen „auf Augenhöhe“ zu begegnen: Am liebsten wären Sie unsichtbar. Zum Glück hilft da die Klopf-Akupressur, indem sie die negativen Emotionen von den eigentlichen Erinnerungen trenntIm Gedächtnis bleibt zuguterletzt nur noch „diese Sache, die mir damals passiert ist“. Die beklemmende Auswirkungen auf die Gegenwart jedoch verschwinden für immer: Was für eine Befreiung!

 

Klopf-Akupressur hilft auch den Tätern

Klopf-Akupressur hilft Tätern, Opfern und Zuschauern, Traumata zu überwinden

Gary Craig hat unter anderem beeindruckende Erfolge bei der Behandlung von schwer traumatisierten Kriegs-Veteranen erzielt. Traumata entstehen ja nicht nur durch körperliche und seelische Verletzungen, die wir als Opfer erleiden oder als hilflose Zuschauer mit ansehen, sondern auch durch unsere Taten. Aus den Schilderungen seiner Erfolge beim Posttraumatischen Belastungs-Syndrom (PTBS) kommt mir da ein ehemaliger US-Soldat in den Sinn: Er hatte als 19-jähriger in Vietnam absichtlich einen fünfjährigen Jungen erschossen; der Kleine war mit einer Handgranate in der Hand auf ihn zugerannt gekommen. In seiner Panik zielte der Rekrut, genau wie man es ihm eingedrillt hatte, auf den Kopf des Kindes und ballerte das Magazin seines Maschinengewehrs leer.

Er wurde nie dafür zur Rechenschaft gezogen. Doch seither, viele Jahre lang, litt er unter schweren Depressionen, häufigen Flash-Backs und allnächtlichen Alpträumen. Nach der EFT-Behandlung besserte sich sein Zustand so weit, dass er sich jetzt damit tröstet: „Es war halt Krieg...“. 

Hm. Wir alle hierzulande wissen wohl noch aus dem Geschichtsunterricht, dass unsere Soldaten leider keineswegs immer und überall die Guten waren. In den USA hat sich diese Einsicht bislang allerdings noch nicht wirklich herumgesprochen. Nichtsdestoweniger wünsche ich diesem Veteranen, dass er nach seiner Genesung wenigstens irgendetwas unternommen hat, um zu einer ausgleichenden Gerechtigkeit beizutragen.

Das dient nämlich zugleich der eigenen seelischen Gesundheit. Erst dadurch können Sie zu dem Menschen werden, der Sie im Grunde Ihres Herzens schon seit jeher sind.

 

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